Cilento Nationalpark Wanderung von Pisciotta nach Palinuro

Nach der ersten Wanderung im Cilento haben wir anschließend den Ort Pisciotta besucht.  Mit dem Zug fuhren wir bis zur Station Pisiotta/Palinuro. Der Bahnhof liegt zwischen diesen beiden Ortschaften. Wir hatten Glück und konnten sofort mit einem kleinen lokalen Bus hoch nach Pisciotta fahren. Dieser Ort ist wirklich einen Beusch wert!  Spektakulär hängen die Häuser oben am Berg und man hat von dort aus einen fantastischen Ausblick auf die Küste. Am Meer unten liegt Marina di Pisciotta, oben am Berg Pisciotta.

Pisciotta im Cilento
Pisciotta im Cilento

Pisciotta ist ein idyllisches Bergdorf mit schönen Gassen und einen kleinen zentralen Platz. Hier ging es Anfang Mai richtig gemütlich zu. Wir übernachteten im Hotel Marulivo, das bekannt dafür ist, daß man von den Terrassen des Hotels aus einen sagenhaften Ausblick hinab zum Meer hat.

Pisciotta Blick hinab nach Marina di Pisciotta
Pisciotta Blick hinab nach Marina di Pisciotta

Das Hotel ist sehr empfehlenswert; die Inhaber waren äußerst aufmerksam und haben gute Tipps zu Restaurants und Wandermöglichkeiten gegeben.

In dem folgenden Video können Sie den Rundum-Ausblick  vom Hotel Marulivo aus genießen!

Im beschaulichen Ort gibt es u.a. eine Autovermietung, die  auch etwas ausgefallenere Automodelle für Liebhaber verleiht (u. a. schnittige Sportwagen).

Unser Abendessen haben wir in der ebenfalls empfehlenswerten Osteria del Borgo im Ort genossen.

Pisciotta Hotel Marulivo Terrasse
Pisciotta Hotel Marulivo Terrasse

Am nächsten Tag machten wir uns ab Pisciotta zu Fuß auf den Weg. Dabei wählten wir nicht einen speziellen Wanderweg, sondern wir gingen auf der wenig befahrenen Straße oberhalb des Meeres am Hang entlang. Die Straße ist auch bei Radfahrern bekannt – es ist die Radstrecke „La via silente“.

Die Radstrecke „La via silente“ ist eine Rundtour, die  den Cilento durchquert. Die Route hat eine Länge von fast 600 km und ist in 15 Etappen unterteilt. Dabei führt sie auf allen Strecken durch den Nationalpark Cilento. Der Nationalpark ist UNESCO Welterbe; charakteristisch sind die Hügel und Berge. Die Radstrecke führt  auf den Monte Cervati auf 1898 Meter, des weiteren auch auf den Monte Gelbison (1705 Meter).  Dies sind die beiden herausfordernden Abschnitte.  90% der Strecke sind asphaltiert. Die Straßen der Tour werden sehr wenig von Autos befahren, so daß der Radspaß nicht relevant getrübt wird. Nicht immer sind die Straßen in einem guten Zustand.  Die Tour ist geprägt von An- und Abstiegen und bietet wunderschöne Ausblicke auf die Landschaft. Glücklich, wer hier ein E-Bike hat….
Für Rennradfahrer ist der Cilento eine tolle Herausforderung – ohne starken Verkehr und ohne Rummel. Weitere Infos finden Radfahrer unter www.laviasilente.it.

Doch zurück zu unserer Wanderung. Wir folgten dieser Straße, die oberhalb der Küste entlang verläuft und immer einen schönen Blick auf die Küste ermöglicht. Die Straße war sehr wenig befahren; zwar waren wir auf Asphalt unterwegs, doch der Ausblick entschädigte dafür. Nach dem Ort Caprioli haben wir die Radstraße verlassen und wechselten hinab zum kilometerlangen Sandstrand. Ab hier gingen wir am  fast menschenleeren, wunderschönen flachen Sandstrand entlang am Meer. Es war Anfang Mai – somit waren noch so gut wie keine Touristen unterwegs!

Kurz vor Palinuro ändert sich das Bild etwas; am Strand befinden sich flache Felsenabschnitte im Wasser und er ist deshalb teilweise nicht mehr so geeignet für das Baden. Der Ort Palinuro ist bekannt für die blaue Grotte an der Nordseite an der Punta Quaglia.

Palinuro
Palinuro

Es werden Bootstouren zu dieser Grotte und um das Kap Palinuro herum ab dem Hafen Palinuro angeboten (Dauer der Tour ca. 1,5 h). Die Ortschaft Palinuro selbst wird von zwei langen, parallel verlaufenden Straßen durchzogen, an denen Geschäfte und Gastronomiebetriebe angesiedelt sind. Ein typischer Altstadtkern – wie man ihn sich für kleine italienische Orte vorstellt –  ist nicht vorhanden.

Diese Wanderung von Pisciotta nach Palinuro hat uns also nicht auf einem extra ausgewiesenen Wanderweg entlang geführt: trotzdem haben wir diese Tour mit aufgenommen, da Pisciotta für uns zu den sehens- und genießenswerten Orten im Cilento zählt, die man nicht verpassen sollte!
Wer ein paar Tage in Pisciotta bleibt, der kann eine Rundtour durch die Wälder und Berge oberhalb von Pisciotta wandern; diese war leider zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts an manchen Stellen schlecht begehbar.

Palinuro beim Kap
Palinuro beim Kap
Palinuro Blaue Grotte
Palinuro Blaue Grotte

Wer in der Nähe von Palinuro wandern möchte, der kann sich in Richtung Marina de Camerota orientieren. Bei den Ortschaften Palinuro und Camerota findet man in den Bergen schöne Wanderwege, z. B. den Sentiero delle 7 torre.

Allgemeine Infos zum Cilento

Bus und Bahn im Cilento

Bei unserer Cilento-Tour waren wir größtenteils mit der italienischen Bahn unterwegs. Da in Italien das Schienennetz gut ausgebaut ist und die Bahnpreise moderat sind, ist die Bahn ein gutes Fortbewegungsmittel. Wir sind ab Rom mit den Zug ins Cilentogebiet gefahren bis zum Ort Agropoli.
Anschließend verläuft die Bahnlinie vom Küstenort Agropoli aus landeinwärts über Torchiara, Rutino, Ornignano Salento, Vallo della Lucania  und Velia wieder an die Küste nach Ascea. Weitere Haltestellen sind danach Pisciotta/Palinuaro, dann wieder landeinwärts San Mauro la Bruca, Centola, Celle Bulgheria/Roccagiorionosa, Torre Orsaia.  Bei Policastro Bussentino erreicht mal wieder die Küste., anschließend den Ort Sapri. Nach Sapri führt die Bahn weiter in die Basilikata und nach Kalabrien.

Leider sind im Gegensatz zu den Zugverbindungen die Busverbindungen im Cilento nicht so zahlreich. So gibt es keine Buslinie, die komplett entlang der Küste führt; oftmals wird das im Landesinneren gelegene Vallo della Lucania als zentraler Verbindungspunkt angefahren. Busfahrpläne für das Cilento finden Sie unter Busitalia.  Viele Küstenorte sind dafür aber mit Booten zu erreichen – allerdings fahren die Boote meist erst ab dem Juni, wenn die Zahl der Touristen etwas zunimmt.

Die beste Reisezeit für den Cilento

Angang Mai war das Wetter noch nicht zu heiß und somit ist  diese Jahreszeit ideal zum Wandern.  Wir hatten bei der Reise schöne sonnige Tage und haben auch gebadet.  Die Wassertemperatur ist allerdings zu dieser Jahreszeit  noch etwas kühl.
Generell beginnt im Cilento erst später die Saison. Ab Juli und im August sind hier die meisten Touristen unterwegs. In den Ortschaften entlang der Küste sind viele Ferienwohnungen  und Ferienanlagen zu finden. Auch zahlreiche Campingplätze gibt es. Das Cilento wird gerne von den Italienern als Urlaubsgebiet angesteuert; viele Wochenendgäste kommen z. B. von Neapel in den Süden gefahren.

Wie bereits erwähnt, waren wir Anfang Mai im Cilento unterwegs. Und wir waren erstaunt, dass zu dieser Jahreszeit noch relativ wenige Touristen unterwegs sind. Die schönsten Sandstrände waren fast menschenleer, in den Hotels waren noch so gut wie keine Gäste außer uns und in den Restaurants hatten wir freie Platzwahl!
Verglichen mit Ligurien oder der Amalfiküste ist das Cilento sehr ruhig, es herrscht noch kein Trubel im Mai. Auch ansonsten geht es hier viel ruhiger zu. Es gibt keine weltweit bekannten mondänen Küstendörfer, die Küste ist nicht so spektukulär wie beispeielsweise in der Cinque Terre, aber doch wunderschön.
Im Cilento sind die Orte nicht überlaufen. Das alles macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. In der Altstadt von Agropoli haben wir für eine Pizza 4 Euro und für ein Glas Wein 4,50 Euro bezahlt; und das in einem Lokal mit schönem Ausblick auf das Meer.
Leider haben nicht alle Küstenorte im Cilento eine schöne, kleine Altstadt, also ein Centro Storico. Etliche Ansiedlungen wuchsen erst ab den 70er Jahren.

Weitere Infos

Für die Planung unseres Cilento-Aufenthaltes haben wir uns Tipps und Anregungen aus dem Buch „Cilento“ vom Michael-Müller-Verlag geholt. Auch Wanderungen sind aufgeführt.

Als spezieller Wanderführer ist der Rother Wanderführer für den Cilonto zu empfehlen.

 

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