Der Frankenwein – Rebsorten und Qualitätsstufen

Franken ist ein ideales Weinanbaugebiet; es herrscht ein mildes Klima und der Boden ist fruchtbar. Die sanften Hügel in Weinfranken sind mit Weinreben bedeckt; in den Orten findet man viele Weinfeste, Heckenwirtschaften und Vinotheken. Weinfranken ist ein beliebtes Ausflugsgebiet und Urlaubsziel; die Besucher genießen dort den Wein und das gute Essen. 

Frankenwein im Bocksbeutel
Frankenwein im Bocksbeutel

Seit dem 8. Jahrhundert wird am Main entlang Wein angebaut. Franken ist eines der größten Weinanbaugebiete Deutschlands und besitzt eine Weinsorten- und Lagenvielfalt. Die Weine gelten als mineralstoffreich und würzig. Als typisch gilt der trockene Frankenwein (fränkisch trockener Wein) mit weniger Restzucker als Weinsorten anderer Anbaugebiete. Bekannte Weinorte sind z.B. Volkach, Escherndorf, Nordheim, Sommerach, Iphofen, Castell, Rödelsee, Hammelburg, Würzburg und andere.

Die traditionelle Flasche für den Frankenwein ist der Bocksbeutel. Seit Generationen wird diese Flaschenform verwendet; für die verschiedenen Rebsorten der Region mit unterschiedlichen Prädikatsstufen von Kabinett bis Auslese. Eine erste Erwähnung des Bocksbeutels findet man in einem Dokument aus dem Jahre 1728: die Flaschenform sollte vor Fälschungen schützen. Das Weingut Bürgerspital (Anzeige*) in Würzburg gilt als „Erfinder“ dieser Flaschenform. Mittlerweile wird aber auch in andere Flaschenformen abgefüllt, wie z.B. der „neue Frankenwein“ in Bordeauxflaschen.


Rebsorten in Franken

Silvaner:
Die Bodenbeschaffenheit und das Klima in Franken sind für die Silvanerrebe bestens geeignet. Seit über 350 Jahren wird diese Rebsorte in Franken angebaut, derzeit beträgt ihr Anteil ca. ein Viertel der Weinanbaufläche. Die Reben ergeben als Qualitätswein einen leichten spritzigen Wein, die Spätlese ist kräftiger im Geschmack. In Mainfranken werden feine, elegante Silvanerweine erzeugt.

Müller-Thurgau:
Auch der Müller-Thurgau ist mit ca. einem Viertel der Anbaufläche eine der am meisten verbreitete Rebsorte in Franken. Seit kurzem wird der trockene Müller-Thurgau auch Rivaner genannt. Diese Sorte stellt keine großen Ansprüche an Klima und Boden; die weiße Traube gibt einen milden, fruchtigen Wein, der jung getrunken werden sollte.

Bacchus:
Eine weiße, frühreifende Rebsorte (Kreuzung Müller-Thurgau mit Kreuzung Silvaner/Riesling), die einen aromatischen und fruchtigen Wein mit wenig Säure ergibt. Ihr Anteil an der Weinanbaufläche Frankens beträgt etwas über 10 %.

Domina:
Eine rote Rebsorte, die vor allem in Franken angebaut wird. Hier beträgt ihr Anbauanteil ca. 5 %.

Kerner:
Eine weiße Rebsorte, deren Weine die dem Riesling ähneln. Der Anbauanteil beträgt ca. 3 %.

Riesling:
Eine weiße Rebsorte, die als eine der besten Trauben für Weine gilt und den Charakter des jeweiligen Anbaugebietes gut hervorbringt. Die Weine haben ein fruchtiges, mineralisches Aroma und einen hohen Säuregehalt und sind somit gut lagerbar (bis zu 10 Jahre). In Weinfranken beträgt der Anbauanteil ca. 5 %.


Qualitätsstufen des Frankenweines

QUALITÄTSWEIN:
Der Qualitätswein darf angereichert werden. Dies bedeutet, dass man Zucker vor der Gärung zusetzen darf. Die Höhe der Anreicherung ist gesetzlich geregelt. Durch die Anreicherung von Zucker erhöht sich der Alkoholgehalt nach der Gärung.

PRÄDIKATSWEINE:
Diese Weine gehören zur gehobenen Güteklasse. Prädikatsweine sind Qualitätsweine mit einem Prädikat.

Insgesamt gibt es sechs Prädikate in Deutschland:

Kabinett:
Kabinett-Weine sind fein und leicht, aus reifen Trauben und die erste Stufe der Prädikatsweine. Der Geschmack ist trocken bis restsüß, der Alkoholgehalt gering.

Spätlese:
Dies sind reife, elegante und gehaltvolle Weine. Die Spätlese ist aus vollreifen Trauben, die meist zu einem späteren Zeitpunkt als z.B. Kabinettweine geerntet werden. Dabei können Spätlesen trocken, halbtrocken, fruchtsüß oder auch edelsüß sein.

Auslesen:
Bei Auslesen werden die Trauben von Hand gelesen und es erfolgt eine Aussortierung von unreifen und kranken Beeren. Verwendet werden vollreife, goldgelbe Trauben. Die Auslesen sind hochwertige, in der Regel edelsüße Weine und eignen sich für eine lange Lagerung, da sie mit jedem Jahr noch an Geschmack gewinnen.

Beerenauslese:
Überreife, edelfaule Beeren, die grundsätzlich per Hand geerntet werden, werden für die Beerenauslese verwendet. Es ergeben sich volle, fruchtige, natursüße Weine. Die Erntemenge ist niedrig und die Herstellung kostenintensiv.
Der Wein ist geschmacksintensiv und kann lange gelagert werden. Beerenauslesen können oft noch jahrzehntelang in der Flasche reifen, wenn man sie fachgerecht lagert.

Eisweine:
Dieser Wein besteht aus Trauben, die bei unter minus 7 Grad Celsius, also gefroren, geerntet und gekeltert werden. Dadurch entsteht ein natürlich konzentrierter Most.
Der Eiswein ist hochwertiger, natursüßer und dickflüssiger erlesener Wein und somit eine besondere Weinspezialität. Fränkische Eisweine zählen zu den renommiertesten natürlichen Süßweinen.
Sie sind im Prinzip unbegrenzt haltbar.

Trockenbeerenauslese:
Für diesen Wein werden Beeren verwendet, die überreif (eingeschrumpft) und edelfaul sind. Die Lese erfolgt aufwändig per Hand. Die Trockenbeerenauslese ist ein hochkonzentrierter Süßwein mit bernsteinfarbener Farbe. Charakteristische Aromen bei der Trockenbeerenauslese sind Honig, Nüsse, Mandel oder Trockenfrucht. Die Weine sind extrem lange haltbar.


Qualitätskategorien

Relativ neu ist eine Aufteilung des Frankenweines in die folgenden Kategorien (wird von vielen Winzerbetrieben verwendet):

„Neues Franken“
In dieser Kategorie findet man unkomplizierte Alltagsweine mit Frische und Frucht. Diese frischen Weine werden gut gekühlt serviert und  passen zu einer leichten Küche. Abgefüllt wird dieser Wein überwiegend in Bordeauxflaschen oder im weißen Bocksbeutel.

„Klassisches Franken“:
Weine von gehobener Qualität mit ausgeprägten Geschmacksrichtungen. Sie sind ideale Essensbegleiter sowohl zu einer herzhaften als auch zu einer gehobenen Küche. Der Wein wird in grüne Bocksbeutelflaschen abgefüllt. Besondere Weine erhalten Auszeichnungen des Fränkischen Weinbauverbandes (Medaillen in Gold, Silber oder Bronze).  

„Großes Franken“:
Frankens Spitzenweine, trocken und mit starkem Charakter, für besondere Anlässe. Die besten Weine werden vom Fränkischen Weinbauverband prämiert (Auszeichnung „Best of Gold“). Diese Weine werden je nach Weinsorte in Bocksbeuteln oder Burgunderflaschen abgefüllt.


In Mainfranken gilt der dort angebaute Wein als Getränk, das zu jeder Tageszeit genossen wird. Dies zeigt sich auch in der hohen Anzahl der Weinfeste, die hier in jedem Winzerort von März bis November an einem bestimmten Wochenende gehalten werden. Neben dem Ausschank ihrer Weine bieten viele Winzer den Gästen Führungen in den Weinbergen und natürlich Weinproben an. Oft besteht auch eine Übernachtungsmöglichkeit auf den Weingütern. Manche Winzer öffnen für Gäste ein paar Wochen im Jahr ihre Türen: Frankens Heckenwirtschaften bieten saisonal ein gemütliches familiäres Beisammensein –  der hauseigene Wein und Speisen werden serviert.

Wer sich einen Überblick über den Frankenwein und seine Vielfalt beschaffen möchte, für den lohnt sich ein Besuch in einer Vinothek. Fachberater geben Informationen und bringen einen den Frankenwein näher. Natürlich kann der Wein auch gekostet werden. In der Region gibt es z.B. zertifizierte Vinotheken in Iphofen, Dettelbach und Sommerach.
Auch online kann man sich über das große Angebot an Frankenweinen (Anzeige*) informieren.

Wo lagert man den Frankenwein am Besten? Wer keinen kühlen Keller zur Verfügung hat, der kann mittlerweile aus einem großen Angebot an Weinkühlschränken (Anzeige*) wählen.


Weitere Informationen unter:

Touristinfo Fränkisches Weinland
Tourismusverband Franken e.V.

Buchtipp:
Sie möchten die schöne Region Mainfranken mit seinen Weinen besser kennen lernen? Dann empfehlen wir Ihnen das Buch 100 Frankenwein-Ausflüge für Genießer und Entdecker: mit vielen Weingütern, Heckenwirtschaften und Weinfesten (Anzeige*).

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